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KI in der (betrieblichen) Bildung – ein (skeptischer) Statusbericht und ein Bericht zu Einsatzfeldern

EDIA ist ein kleines Technologieunternehmen mit Sitz in Amsterdam, das an KI-basierten Anwendungen für den Bildungsbereich arbeitet (z.B. personalisierte Lernumgebungen, smart content management). Als Anbieter hat das Unternehmen ein Interesse daran zu erfahren, wie das Potenzial von KI-basierten Lösungen im Bildungsbereich von potenziellen Kunden eingeschätzt wird. Dazu wurde eine Studie durchgeführt, für die zum einen bereits vorliegende Publikationen ausgewertet und zum anderen gut 80 verschiedene Akteure im Bildungsbereich („content managers, curriculum designers, professors and other educational players across different sectors such as higher education, publishing and edtech“) befragt wurden: 2018 state of AI in education report.

Beim Durchblättern der Studie erscheinen mir folgende Punkte zentral:

  1. Viele Player im Bildungsbereich geben an, dass sie (zu) wenig von KI-basierten Anwendungen verstehen;
  2. Viele Player im Bildungsbereich geben an, dass sie (noch) kein grosses Potenzial von KI-basierten Anwendungen sehen;
  3. Viele Player im Bildungsbereich geben an, dass sie kein relevantes Budget für  KI-basierten Anwendungen zur Verfügung haben.

 

Bildquelle: Edia, mit Verweis auf McKinsey Global Institute

 

Insgesamt stellt sich der Eindruck ein, dass der Bildungsbereich weniger weit ist als andere Branchen, wenn es um die Nutzung von KI-basierte Lösungen und auch um Investitionen in diesem Bereich geht.

* * *

Vor diesem Hintergrund sind orientierende Beiträge zum Thema hilfreich – beispielsweise der Beitrag von Kai Liebert und Andreas Talg zu „Künstliche Intelligenz für das Lernen der Zukunft“ im Sammelband „HR-Trends 2019“ von Schwuchow / Gutmann.

Die Autoren erläutern eingangs kurz künstliche Intelligenz, zeigen Einsatzfelder von KI im betrieblichen Bildungsmanagement auf und illustrieren diese am Beispiel der „Siemens Learning World“, einer KI-unterstützten Plattform für die betriebliche Weiterbildung.

Liebert und Talg sehen insbesondere folgende Einsatzmöglichkeiten für KI-basierte Lösungen in der betrieblichen Weiterbildung:

  • Lösungen für das Erstellen von Lerninhalten
    • automatische Übersetzung von Inhalten von einer Sprache in eine andere;
    • automatische Transkription gesprochener Texte in Lernvideos zum Erzeugen von Untertiteln und Transkripten sowie auch für die Verschlagwortung;
    • automatisches Erstellen von Lernressourcen (z.B. Quizz-Fragen) aus eingelesenen Text- oder Video-Dateien;
  • Lösungen für das Kuratieren von Lerninhalten;
  • Lösungen für das Individualisieren von Lernaktivitäten und Lernpfaden;
  • Chatbot-basierte Lösungen für die Lernbegleitung (Lernberatung, Lerncoaching);
  • Chatbot-basierte Lösungen für eine interaktive Erarbeitung von Inhalten (z.B. Simulation von Kundengesprächen);
  • Lösungen zur Verbesserung von Leistungsprozessen
    • Verbesserung der Lerneradministration durch automatisierte und sofortige Bearbeitung von (Buchungs-)Anfragen;
    • automatisierte Planung von Trainingsterminen und Trainingsressourcen;
    • automatisierte Analyse von Teilnehmer-Feedbacks (z.B. Sentiment-Analyse).

EDIA (2018): 2018 state of AI in education report. edia.nl

Liebert, Kai; Talg, Andreas (2018): Künstliche Intelligenz und das Lernen der Zukunft. In: Karlheinz Schwuchow und Joachim Gutmann (Hg.): HR-Trends 2019. Strategie, Digitalisierung, Diversität, Demografie. Freiburg / München / Stuttgart: Haufe Gruppe, S. 197–208.

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