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Chat- bzw. Lernbots zur Unterstützung von Lernprozessen – Szenarien und Umsetzung

Cäcilie Kowald, time4you, treibt dort die Entwicklung von Chat- bzw. Lernbots zur Unterstützung von Lernprozessen voran (jix.ai). Auf dem CLC-Camp in Kassel hatte ich ihren Beitrag verpasst, jetzt aber hatte ich Gelegenheit, zwei Aufzeichnungen von Vorträgen bzw. Webinaren von ihr zum Thema anzuschauen.

Kowald stellt dabei zunächst den Kontext her. Für Lernumgebungen mit Chatbots spricht, dass sie durch die text- bzw. sprachbasierte Benutzeroberfläche für viele Menschen sehr einfach und intuitiv zu nutzen sind. Die vier grossen Messaging-Apps (WhatsApp, Messnger, WeChat, Viber) haben mittlerweile pro Monat mehr aktive Nutzer als die vier grossen sozialen Netzwerke (Facebook, Instagram, Twitter, Linkedin) – vgl. dazu diesen Link mit Grafik.

Die Einsatzszenarien für Chat- bzw. Lernbots sind vielfältig:

 

Einsatzszenarien für Chatbots im Kontext Lernen / Entwicklung. Quelle: Kowald / time4you

 

In ihren Vorträgen zeigt Kowald erste Beispiele für solche Lernbots und sie erläutert den Weg zur Umsetzung eines solchen Projekts. Die Beispiele beziehen sich auf regelbasierte Chatbots, die Nutzer interaktiv durch eine Lernumgebung begleiten:

 

Beispiel für eine Lernumgebung, durch die ein Bot führt. Quelle: Kowald / time4you

 

Auf dem Weg zur Umsetzung einer solchen Lernumgebung sind zunächst einmal eine Reihe von Fragen zu beantworten:

  1.  Bedarf, Nutzen, Ziele
    • Was soll der Bot leisten?
      • Use cases & „Jobs to be done“?
      • Anwendungskontext?
      • Mehrwert für NutzerInnen?
    • Für welche Zielgruppe?
  2. Bot-Persönlichkeit & Dialogkonzept
    • Persönlichkeit
      • Individualität vs. Markenbotschafter?
    • Fachlichkeit
      • Generalist vs. Spezialist?
    • Persona
      • Stellung im Anwendungskontext?
      • Fach- vs. Umgangssprache?
    • Gesprächstyp
      • aufgaben- vs. gesprächsorientiert?
    • Dialogstruktur
      • geführt vs. frei?
    • Technologie
      • Skript-basiert vs. natural language understanding bzw. natural language generatio
  3.  Technische Rahmenbedingungen klären
    • Kontext
      • Integration in bestehende Anwendungen / Plattformen (z.B. LMS)?
    • Anwendung
      • Sprach- oder Texteingabe?
      • Über welche Ausstattung verfügen die NutzerInnen?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, kann es an die Konzeption und Entwicklung der Inhalte (Pfade bzw. Stories; Dialoge; ergänzende Materialien; etc.) gehen.  Hier der von Kowald aufgezeigte Weg bei der Umsetzung eines solchen Entwicklungsprojekts im Überblick:

 

Schritte bei der Umsetzung von bot-basierten Lernumgebungen. Quelle: time4you / Kowald.

 


Kowald (2018): KI meets Training: So konzipieren Sie Ihren digitalen Tutor! Zukunft Personal 2018.  https://www.youtube.com/watch?v=Wbu5yjeFZg8

Kowald (2018):  KI meets Training: Einsatzszenarien und Beispiele. Webinar, 29.11.2018. (Link, Anmeldung erforderlich)

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